13h30Begrüssung und Check-in
14h00Workshops (1. Runde)
15h30Pause
16h00Workshops (2. Runde)
17h30Ende der Workshops
Getränke und Snacks
18hOpening Night
Begrüssung durch SKKG und Opendata.ch
Präsentation GLAM-Programm von Wikimedia CH
18h15these burning bridges aren’t as bright as I had hoped
Keynote von Fernando Obieta
18h45Flying Dinner, Gespräche & Networking
19h45Curating Access to a Globalized World
Podiumsdiskussion mit Sophia Prinz & Helmut Grabner
20h15
Born-Digital Cultural Heritage – How the Demoscene (re)imagines traditional art
von Shana Marinitsch
21hDrinks, Gespräche & Networking
22hSchluss

Beschreibungen der Workshops

Apertus and PublicAI
Oleg Lavrovsky, Technical Community Manager, EPFL AI Center

Unser Workshop ist eine Einladung an Forschende der Digital Humanities und Mitglieder der OpenGLAM-Community, Apertus und verwandte Open-Source-LLM-Technologien für die Analyse, Kuratierung und das Storytelling von Kulturdaten zu nutzen – und dabei eine Community rund um einen offenen, kollaborativen und verantwortungsvollen Einsatz von KI in Kulturerbe-Projekten aufzubauen.

Du lernst, wie man LLM-Workflows gestaltet, die menschliche Forschungs- und Kuratierungsprozesse erweitern (z. B. Extraktion von Schlagwörtern, Anreicherung von Metadaten, Zusammenfassung, Sentimentanalyse). Wir schauen uns eine kleine Demo an, die mit Apertus kontextbezogene Zusammenfassungen historischer Texte erstellen hilft. Damit liessen sich digitale Ausstellungen auf der Grundlage von Archivbeständen gestalten.

Die Teilnehmenden erhalten kostenlosen Zugang zu einem Schweizer Inferenz-Anbieter, bei dem sie ihre Hackathon-Challenge einrichten können. Ausserdem erklären wir, wie man grosse Sprachmodelle lokal betreibt (das ist heute sogar ohne leistungsstarken Computer möglich) – für maximale Privatsphäre und Flexibilität.

Im letzten Teil des Workshops besprechen wir, wie man Modelle mit offenen Datensätzen für bestimmte Fachgebiete (z. B. historische Texte, lokale Dialekte) feinabstimmt. Zu verstehen, wie man die Ausgaben von LLMs auf Leistung, thematische Sensibilität, historische Genauigkeit und mögliche Verzerrungen prüft, dürfte dir helfen, egal welches LLM du verwendest.

 

Datasheets for Cultural Heritage Datasets
Christiane Sibille, Digital Scholarship Services, ETH-Bibliothek
Elisabeth-Christine Gamer, Open Science Coordinator, Zentralbibliothek Zürich
Julia Bürki, Sammlungen und Archive, ETH-Bibliothek

Ein zentrales Element der GLAMHacks ist die Nutzung von Kulturerbe-Sammlungen als Daten. In den letzten Jahren wurde in der breiteren Kulturerbe-Community diskutiert, wie solche Datensätze beschrieben werden sollten, damit eine verantwortungsvolle computergestützte Weiterverwendung gewährleistet ist. Aufbauend auf breiteren Überlegungen zu Collections as Data (Padilla et al. 2023) und Datasheets for Datasets (Gebru et al. 2021) haben Fachleute des Kulturerbes kürzlich die Idee der «Datasheets for Cultural Heritage Collections» (Alkemade et al. 2023) entwickelt und «A Checklist to Publish Collections as Data in GLAM Institutions» (Candela et al. 2023) erarbeitet.

Im Workshop ordnen wir diese Ansätze zunächst ein und arbeiten dann an praktischen Beispielen.

 

Coding with AI for Non-Developers
Birk Weiberg, Geschäftsführer, Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH)

Man muss nicht mehr Entwickler:in sein, um mit KI aus Ideen funktionierenden Code zu machen – in diesem Workshop geht es darum zu verstehen, was das tatsächlich bedeutet. Er richtet sich an Menschen, die mit Kulturerbe-Daten arbeiten oder sich dafür interessieren und neugierig sind, was KI-gestütztes Programmieren für sie leisten kann – Programmiererfahrung ist nicht nötig.

Die Session behandelt verschiedene Ansätze und Werkzeuge für KI-gestütztes Programmieren – was sie können, wo ihre möglichen Schwächen liegen und wie sie trotzdem nützlich sein können. In einer Live-Demo und einer praktischen Übung mit offenen Kulturdaten erlebst du, wie aus der Beschreibung einer Idee in einfacher Sprache funktionierender Code entstehen kann.

Das Ziel ist nicht, aus dir eine Entwicklerin oder einen Entwickler zu machen. Du sollst so viel verstehen, dass du grobe Prototypen bauen, ihre Grenzen erkennen und eine gemeinsame Sprache mit den Entwickler:innen finden kannst, die du am Hackathon triffst. Sieh es als Übersetzungswerkzeug für die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

 

Uploading Image Collections to Wikimedia Commons with OpenRefine
Joris Burla, Leiter Sammlungsdokumentation, Museum Rietberg

Museen und Sammlungen, die ihre Bilder auf Wikimedia Commons teilen möchten, stehen oft vor zwei Herausforderungen: erstens, wie sie viele Bilder hochladen, und zweitens, wie sie diese mit den Metadaten hochladen, die sie bereits in ihren Datenbanken haben. In diesem Workshop lernen wir, wie man mit OpenRefine beide Herausforderungen in einem Schritt angeht. Wir betrachten den ganzen Prozess von Anfang bis Ende, lernen die Eigenheiten von Wikidata kennen und schauen, was man vor dem Hochladen bedenken sollte. Etwas Vorwissen zu OpenRefine wäre gut, da der Kurs keine Einführung in OpenRefine für Anfängerinnen und Anfänger ist, aber alle sind willkommen. Aus Zeitgründen können wir nicht mit den Daten aller Teilnehmenden arbeiten. Wir betrachten den Prozess anhand von Beispieldaten.

Keynote

these burning bridges aren’t as bright as I had hoped
Fernando Obieta, konzeptueller Medienkünstler und künstlerischer Forscher, https://fernando-obieta.com 

Da es unwahrscheinlich ist, dass die analoge Welt in absehbarer Zeit von generativer KI überflutet wird, sollten wir diese Zeit nutzen, um das handwerkliche Können und die künstlerischen Fähigkeiten unserer Spezies und darüber hinaus zu erkunden. Unsere Institutionen verfügen über eine Fülle an situiertem Wissen und Perspektiven, die uns helfen können, kritisches Denken zu fördern und zu bewahren. Doch wie können wir Wertschätzung und Genauigkeit in einer sich rasch wandelnden (digitalen) Landschaft fördern? Aus einer feministisch-theoretischen Perspektive untersuchen wir die Verantwortung und die moralischen Herausforderungen, die vor uns liegen, wenn wir versuchen, neue Brücken zu bauen.

Fernando Obieta ist Medientheoretiker, Künstler und SNF-Doc.CH-Doktorand mit einem Hintergrund in Informatik, Interaction Design und transdisziplinären Studien in den Künsten. Seine künstlerische Arbeit und Forschung konzentrieren sich auf die Kritik und Reflexion (digitaler) Medien, Artefakte und Systeme und darauf, wie diese kontingent und situiert sind.

Podiumsdiskussion

Curating Access to a Globalized World
Sophia Prinz, Professorin für Designtheorie und -geschichte, Zürcher Hochschule der Künste
Helmut Grabner, Professor für Data Analytics und Machine Learning, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Moderation: Sonja Gasser und Birk Weiberg

Digitale Archive bieten (im besten Fall) alternative Wege, sich in der Welt zu orientieren und das, was sie enthält, zu ordnen. Sie wecken die Neugier ihrer Nutzerinnen und Nutzer und gewinnen an Relevanz nicht nur durch interessante Oberflächen, sondern auch durch ihre Verbindung zur analogen Welt. Das Podium gibt Einblick in zwei solche Projekte, die unterschiedlich mit ihren Daten umgehen und ihren Nutzenden unterschiedliche Rollen zudenken.

Sophia Prinz (ZHdK) stellt das Projekt «Müliweg Eins» vor, das mit der PHZH und der SKKG als Lehrmittel für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten entwickelt wurde. Das Projekt geht von einer kleinen Auswahl digitalisierter Objekte aus der Sammlung der SKKG aus und fordert die Schülerinnen und Schüler heraus, dazu zu recherchieren und sie zu kuratieren. Helmut Grabner (ZHAW) hat als Forscher im Bereich Computer Vision mit dem Künstler Kurt Caviezel an einer Website gearbeitet, die Zugang zu mehr als 11’000 Webcams bietet, vor allem über textbasierte Schnittstellen. Und während sich «Watching the World» wie ein Archiv präsentiert, besteht seine Datenbank aus einem sich ständig verändernden Bestand aktueller Bilder ohne Gedächtnis. 

Zugleich befassen sich beide Projekte mit der Komplexität einer globalisierten Gesellschaft und versuchen, Laien zu befähigen, sich in diesem Terrain zurechtzufinden. Entscheidend ist, dass beide Ansätze fragen, was sichtbar wird – und was verborgen bleibt –, wenn wir die Bedingungen des Sehens gestalten. Und beide sind nur möglich, weil ihre Daten und die digitalen Werkzeuge, die sie nutzen, zugänglich sind.

Born-Digital Cultural Heritage – How the Demoscene (re)imagines traditional art

Als erste ihrer Art wurde die Demoszene von neun europäischen Staaten, darunter die Schweiz, als immaterielles Kulturerbe im Sinne der UNESCO anerkannt. Die Kandidatur als Weltkulturerbe ist nun im Gang.

Jedes Jahr erschafft die Community mehr als 2000 dieser kleinen, in Echtzeit gerenderten Programme – wir zeigen eine Auswahl davon, die passenderweise die Brücke zwischen Echtzeitanimation und traditionellem Kulturerbe schlagen («Bridge The Gap»).

Shana Marinitsch ist digitale Künstlerin, Cyberfeministin und Community-Organisatorin und lebt in der Schweiz. Sie ist Vorstandsmitglied von Echtzeit – Digitale Kultur und des Chaos Computer Club Zürich, Teil des Kollektivs Haecksen und Hauptorganisatorin der Festivals für digitale Kultur MountainBytes und Revision Demoparty.